Potenziale der Blockchain in der Beschaffung

Mit dem Aufstieg des Bitcoin im Herbst 2017 wurde die Blockchain weithin bekannt. Über ihr Potenzial, etwa im Bereich der Beschaffung, herrscht aber Informationsbedarf.

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenbank-Technologie, die Transparenz und unveränderliche Einträge verspricht. Kryptowährungen sind nur eine Anwendung. Der ERC20-Standard - als Open Source-Software verfügbar - macht Geschäftsabschlüsse mittels „Smart contracts“ möglich. Damit bringen Blockchain-Services einige Vorteile für den Einkauf:

 

  1. Echtzeit-Information: Lieferanten stellen Preise, Verfügbarkeit und Lieferzeit von Gütern stets aktuell bereit.
  2. Transparenz der Lieferkette: Der Scan eines mit der Blockchain verknüpften Produkt-Barcodes macht die Herstellungs- und Transportgeschichte eines Artikels sichtbar.
  3. Integration von Services: Die Absicherung der Blockchain durch öffentliche und private Schlüssel ermöglicht es, mobile Apps und Services von Drittanbietern einzubinden.
  4. Wareneingangs-Bestätigung: Durch die Unabänderlichkeit von Einträgen ist nachvollziehbar ob das, was beim Empfänger angeliefert wird, genau das ist, was der Absender eingepackt hat.
  5. Zahlungsvorgänge: Abgesicherte Zugänge für alle Handelspartner, um ihre Daten aktuell zu halten. Automatisierung von sicheren Zahlungsvorgängen, ausgelöst durch die Bestätigung von Produktsendungen durch Lieferanten in der Blockchain.

Blockchain in der Beschaffung

Höhere Gewinnmargen

Insbesondere im Einkauf von verderblicher Ware liegen die Vorteile auf der Hand: Wenn ein Produkt z.B. nach Unterbrechung der Kühlkette in der Blockchain entsprechend gekennzeichnet wurde, ist diese Eingabe irreversibel und kann dem Empfänger auch nicht durch Dritte „untergeschoben“ werden, da die Blockchain-Protokolle fälschungssicher sind.

Nicht zuletzt schaffen Blockchain-Anwendungen auch Vertrauen zwischen einander unbekannten Handelspartnern: Da sich einmal in ihr gespeicherte Daten - etwa eine verbindliche Bestellung oder die Bestätigung von deren Bezahlung - nicht mehr löschen lassen, kann darüber im weiteren Verlauf auch keine Uneinigkeit entstehen. Dieser neuartige Vertrauensgrundsatz ermöglicht u.a. das Ausschalten von Zwischenhändlern: Der Hersteller kann, wenn er will, selbst zum Direktanbieter werden, und damit seine Gewinnmarge erhöhen bzw. Produkte günstiger anbieten.

Transparenz und Sicherheit

Dass die Blockchain-Technologie großes Potenzial birgt, zeigt sich in der wachsenden Zahl an Testprojekten, die international renommierte Unternehmen derzeit angehen. So kooperiert der amerikanische Handelsriese Walmart mit IBM, um - laut Medienberichten - das Tracking von Lebensmittel-Lieferungen um ein Vielfaches zu beschleunigen, aber auch z.B. zurück gerufene Produkte zu identifizieren und umgehend aus seinem Angebot zu entfernen.

Und die Deutsche Bahn (DB) erprobt etwa die digitale Abbildung der „Tür zu Tür“-Lieferkette sowie die Schaffung interner wie externer Transaktionssysteme in der Blockchain. Kunden, die auf ihre Logistik-Dienste vertrauen, will die DB Informationen über die Transportroute und den Zustand der Ware - z.B. deren Temperatur - via Blockchain-Infrastruktur in Echtzeit zur Verfügung stellen.

ReqPOOL begleitet Organisationen bei der Identifikation von Erfolgspotentialen von neuen Technologien und unterstützt als neutraler Partner im Setup, der Beschaffung und Umsetzung von Digitalisierungsprojekten. Wenn Sie Interesse an unserem Leistungsportfolio haben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!

 

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Patrick Pils

Patrick Pils leitet den Wiener ReqPOOL Standort und ist Ihr regionaler Ansprechpartner für den Großraum Wien. Als Experte für digitale Medien und die strukturierte Herangehensweise an die Digitale Transformation, navigiert er Kunden auch mit seinem fachlichen und technischen Know-How durch Projekt-Herausforderungen. Mit seiner Erfahrung in diversen internationalen und nationalen IT-Projekten als Projektleiter oder Anforderungsmanager, unterstützt er Sie gerne im Set-Up erfolgreicher IT-Beschaffungs-Vorhaben. Herr Pils studierte Wirtschaftsinformatik an der Johannes Kepler Universität Linz und ist mit dieser durch akademische Partnerschaften weiterhin eng verbunden.